
Roman, Belletristik, Spannungsliteratur
Subgenre: Kunstkrimi
Titel: Die Venus-Entführung
Zwei Zeitebenen: Gegenwart, Zeit der Renaissance
Umfang: zirka 500 Seiten
Erscheinungsdatum: offen
Lust auf Romanwelten? Oder (historische) Entdeckungsreisen? Neugierig auf die zwischen den Zeilen spürbare Präsenz des Autors? Dann hier entlang! Wer hohe Ansprüche an unterhaltende Literatur stellt, ist im Kosmos der „Venus-Entführung“ gut aufgehoben.
Carla Mercier arbeitet als Hotelmanagerin in Paris. Sie ist erfolgreich. Und begehrt. Doch sie will das alles so nicht. Die 28-jährige Frankokanadierin will ausbrechen. Unter ziemlich unseriösen Umständen lernt sie einen geheimnisvollen Kunstsammler kennen, Monsieur M.
Dieser arbeitet mit einem Auftragsdieb zusammen: Alexandre Gallas stiehlt Bilder aus der Zeit der Renaissance. Zuletzt ist der 39-Jährige im Vatikan ans Werk gegangen.
Carla besucht Monsieur M. Und sieht dessen jüngstes Sammlerstück. Das Aktbild einer unbekannten, jungen Frau. Ein Werk aus dem 15. Jahrhundert. Geschaffen von einem aufstrebenden Meister - unter lebensgefährlichen Umständen.
Bei ihrem nächsten Besuch nimmt Carla in einem unbeobachteten Augenblick das Gemälde von der Wand. Dann taucht sie unter.
Monsieur M. rätselt. Ist ihm der Vatikan auf die Spur gekommen? Schon möglich. Nach Alexandres Coup haben Kardinäle eines Geheimbundes die Ermittlungen übernommen. Dennoch: Der Kunstsammler schlägt zurück. Er erteilt Alexandre einen neuen Auftrag. Der Meisterdieb soll Carla aufstöbern. Und den Schatz zurückbringen. Die Jagd beginnt.
Carla schafft es, sich nach Australien abzusetzen. Alexandre stöbert sie auf. Und macht sich an sie heran. Sie schöpft Verdacht. Trotzdem lässt sie sich auf eine Affäre ein.
Down under lernt die Gejagte auch den Weltenbummler Paul Orbis kennen. Wer sind diese Männer? Sind sie hinter dem Bild her? Carla stellt beide auf die Probe. Lädt sie auf die Halbinsel Istrien ein. Dort hat ihre beste Freundin ein Haus, ihre Kampfgefährtin, Kim Colalucci.
Zwei Frauen, zwei Männer. Und ein Renaissance-Bild von immensem Wert. Wer gehört eigentlich zu wem? Wer übernimmt die Kontrolle? Nach einer Nacht, die alles ändert, landet das Bild wieder in Paris. Dort lauert Monsieur M. Showdown.
Am Anfang ist die Ungewissheit am größten. Doch jeder gute Anfang gründet auf einer Herausforderung. Die ersten Schritte führen ihn durch die Dunkelheit. Diese birgt Gefahr. Sie löscht das Rundherum. Und macht das Gute und das Nützliche unsichtbar. Doch die Dunkelheit bietet auch Schutz. Sie verhindert, dass man ihn entdeckt. Und lässt auch das Erschreckende und das Liederliche verschwinden. Sie ist ihm Feind und Freund zugleich.
Der Strahl seiner Stirnlampe streicht über den glatten Boden. Der Eindringling folgt dem Lichtkreis. Vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen. Bei manchen Schritten werden seine Schuhe im Licht der Stirnlampe sichtbar. Schwarze Laufschuhe. Sind zu sehen. Verschwinden wieder. Sind wieder zu sehen. Verschwinden wieder. Nichts Hinderliches, nichts Überraschendes soll im Lichtkreis auftauchen. Und wenn doch blieben ihm nur Momente, vielleicht nur Bruchteile von Sekunden, um zu reagieren. Es ist nichts zu hören. Er hat keine Anhaltspunkte. Dunkle Tiefe. Die Stirnlampe leuchtet direkt vor ihn hin. Grob gesprenkelter Marmor. Schön eigentlich. Er dreht den Kopf einmal kurz nach rechts. Nur kurz. Das hätte er besser bleiben lassen sollen. Denn dort ist etwas.
Hat es sich bewegt? Gibt’s doch nicht. Hoffentlich nicht. Er bleibt abrupt stehen. Weiß nicht genau, wie weit er schon gekommen ist, sieht immer nur den Punkt, den der Strahl der Stirnlampe gerade erfasst. Den Kopf erneut in diese Richtung drehen. Aber langsam. Die Stirnlampe als Suchscheinwerfer. Der Lichtkreis soll dorthin zurückfinden, wo er gerade war.
Dort! Schlangen, Echsen, Salamander. Und Drachen. Kleine, geflügelte Drachen. Ineinander verwobene Fabelwesen. Schaurig. Aber leblos. Es ist nur ein Teppich. Ein abgetretener Teppich mit einem solchen Muster. Diesen hat er sich, Stunden zuvor, nicht eingeprägt, weil er abseits des Pfades liegt. Weiter Vorrücken. Möglichst lautlos. Jetzt ist nicht die Zeit, um auf Trugbilder hereinzufallen. Kurs halten, dabei mit scharfen Sinnen die Weite der Umgebung aufnehmen. Die Kriechtiere bleiben in der Finsternis zurück. Bald wird das Ende des Raumes da sein. Es kommt auf ihn zu. Der ungebetene Besucher will nicht erschrecken, wenn sich plötzlich die Wand vor ihm auftut. Er will nicht . . .
